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Tag "Interactive Video"

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‚What Type Are You?‘ ist ein interaktives Video, das auf dem Wortspiel aufbaut, dass ‚type‘ im Englischen sowohl Typ im Sinne von Persönlichkeitseigenschaften als auch Schriftart bedeutet.

Dem Nutzer wird eine Sequenz vier kurzer Videos vorgespielt, die ein Gespräch mit einem Psychiater simulieren. Nach jeder Sequenz wird eine kurze Frage gestellt, wie man seine eigenen Persönlichkeit anhand zweier Pole einordnet. Diese Fragen sind scheinbar von den „Big Five“ abgeleitet, dem Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeitspsychologie. Über die Antworten ergibt sich eine Eigenschaftskonstellation, der in der Auflösung eine spezifische Schriftart zugeordnet wird, die ähnliche Eigenschaften zum Audruck bringt. So lässt sich etwas über Typografie und Fonts erfahren.

Gehören interaktive Videos wie dieses nun etwa auch noch in den Gamification-Topf? Im engeren Sinne sicher nicht. Anhand von WTAY habe ich (zugegebenermaßen Designern) allerdings schon mehrfach erläutert, wie spielerische Erlebnisse (im Sinne von playfulness) Aufmerksamkeit herstellen können, um Information zu vermitteln:

Angenommen, das Ziel von WTAY ist die Vermittlung von Informationen zu Eigenheiten von Schriftarten, dann erscheint mir effektvoll, wie hier insbesondere das personalisierte Feedback die Bedeutung der Information für den Nutzer steigert. Das ganze Setting des Psychiatergesprächs kreiert eine Situation, in der ich mich ausdrücken darf / soll und weckt meine Neugier, hier etwas über mich selbst zu erfahren. Der Notizblock in der Auflösung hat etwas Überraschendes und steigert diese Erwartung noch weiter. Der dann kritische Moment des Bruchs mit der Erwartungshaltung ist gut aufgelöst, da die allgemeine Information zur Schriftart eng auf die Angaben des Users bezogen wird. Diese Kapselung des zu Vermittelnden in einer ‚individuell‘ an den User gerichteten Form ist ein Muster, das sich in anderen Kontexten reproduzieren lassen dürfte.

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A Hunter Shoots a Bear“ hat im September 2010 innerhalb von 2 Wochen über 6 Millionen Views generiert. Das Prinzip des interaktiven Videos: Der User kann bestimmen, was die Hauptfigur des Clips tun soll, in dem den Satz „a hunter …. a bear“ per Texteingabe mit einem Verb vervollständigt, von denen der Parser eine Menge kennt und den jeweils passendsten Videoclip ausliefert, von denen es knapp 100 gibt.
Der blinkende Textcursor im Lückentext stellt offenbar ein einladendes Interface dar und verspricht ein generatives Erlebnis.
Die Idee basiert auf Burger Kings Subservient Chicken von anno 2004 (!). Der YouTube Kontext stellt eine Prise  WarioLand Shake It (2008) dar.
Toll umgesetzt, aber für welches Produkt wird da nochmal geworben?

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